Beitrag (#1) von: Jenzi83 am: 02.09.2008 20:45h
Felix Bernhard ist 33 Jahre alt und Angestellter einer großen Bank in Frankfurt am Main. Seit einem Motorradunfall vor dreizehn Jahren ist er querschnittsgelähmt. Dennoch ist er bereits dreimal den Jakobsweg gegangen. 2250 Kilometer hat er als Pilger hinter sich gebracht - allein und im Rollstuhl.
Er überwand steile Pässe und endlose Ebenen unter sengender Sonne und in strömendem Regen, immer wieder versackten die Räder des Rollstuhls in tiefem Sand oder Schlamm. Über seine Erfahrungen hat Felix Bernhard nun ein Buch geschrieben: »Dem eigenen Leben auf der Spur. Als Pilger auf dem Jakobsweg«.
»Natürlich studiere ich vorher den Wanderführer. Wenn es dort heißt ‚steiles schweres Stück’, weiß ich, ich muss eine Alternativroute suchen.« Trotzdem passierte es immer wieder, dass Felix Bernhard plötzlich vor einem unerwarteten Hindernis stand.
Eine 80 Zentimeter hohe Felsschwelle etwa, über die Nichtbehinderte schnell klettern. Anders Felix Bernhard: Er steigt aus dem Rollstuhl aus, zieht ihn über die Schwelle und setzt sich dann wieder hinein. Ein enormer Kraftaufwand. »In solchen Situationen frage ich mich: Ist das die Art von Pilgern und - das ist jetzt ein großes Wort - Katharsis, die ich mir erhofft habe?«
Auf seinen Pilgerreisen will Felix Bernhard Ängste überwinden und seine physischen und psychischen Grenzen erweitern. Hier sucht er nach Antworten auf die tieferen Fragen und den Sinn seines Lebens. Durch das Pilgern hat er mehr Vertrauen in sich selbst und andere Menschen sowie »Gottvertrauen« gewonnen.


