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Thema: Wikileaks: Geheimdienst des Volkes oder Staatsfeind?

Spätestens seit dem veröffentlichen von Botschaftsdepeschen der US-Diplomaten Ende November 2010 dürfte der Begriff Wikileaks zumindest 90% der Bevölkerung bekannt sein. Der große internationale Durchbruch gelang der Organisation rund um den Gründer Julian Assange allerdings bereits im April vergangenen Jahres, als das Video Collateral Murder rund um die Welt ging, in dem zu sehen war, wie eine amerikanische Helikopter-Besatzung irakische Zivilisten unter Feuer genommen und getötet hat. Was allerdings genau hinter Wikileaks steckt und wie alles begann, wissen wohl nur diejenigen, die sich eingehender mit dem Thema beschäftigt haben. »Staatsfeind Wikileaks« von Marcel Rosenbach und Holger Stark schafft diesbezüglich Abhilfe. Das eben erschienene Buch bringt darüber hinaus Details, die bisher nur absoluten Insidern bekannt gewesen sein dürften. Spannender Lesestoff also, den wir hier gerne vorstellen möchten.

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Die beiden Autoren sind im Hauptberuf Redakteure des Spiegel und dadurch sehr nah mit Wikileaks und Julian Assange in Kontakt. Bekanntlich war der Spiegel, neben der New York Times und dem Guardian, einer der drei Medienpartner, die bei den jüngsten Enthüllungen unterstützend zu Seite standen. Diese Möglichkeit haben sie genutzt um ein wirklich ausführliches Buch über die Entstehung und die Hintergründe von WL - diese Abkürzung wurde in der Anfangszeit in internen Mails unter den Wikileaks-Aktivisten benutzt - zu schreiben.

Da geht es zum einen um die Lebensgeschichte von Leitfigur Julian Assange, der alles andere als eine normale Kindheit erlebt hat.

von: Silvi am: 27.01.2011 15:21h
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Beitrag (#1) von: Silvi am: 27.01.2011 15:23h

In weiteren Kapiteln werden die ersten Schritte von Wikileaks dokumentiert, ebenso wie die ersten Veröffentlichungen, beispielsweise von BND-Dokumenten oder den Akten der Schweizer Privatbank Julius Bär und dann natürlich die Vorbereitung auf den großen Scoop, nämlich die Unmengen an Daten die ihnen der mittlerweile in Haft sitzenden US-Soldat Bradley Manning zugespielt hat. Das Kapitel über diesen »Whistleblower« bringt ebenfalls Informationen ans Licht, die man auch als interessierter Beobachter rund um diesen Fall noch nicht kannte.

Ob Wikileaks nun gut oder schlecht für die Welt(Politik) ist, muss letzten Endes jeder für sich selbst entscheiden, das vorliegende Buch kann dabei aber gute Dienste leisten, den es zeigt auch, dass intern die eine oder andere Krise zu bewältigen war und nicht alles eitel Sonnenschein ist - hinter dem Symbol mit der ablaufenden Eieruhr.

Wen das Thema interessiert, der wird das Buch möglicherweise am Stück verschlingen und darf im Anschluss behaupten deutlich mehr über Wikileaks zu wissen, als der durchschnittliche Mitbürger. Und wie bereits oben erwähnt, spannend ist es zudem auch.

»Staatsfeind Wikileaks« hat 336 Seiten, ist im DVA Verlag erschienen, kostet 14,99 € und ist im Buchfachhandel erhältlich.




 
 
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