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Politik & Gesellschaft

Themen: 93, Antworten: 390, Views: 115869

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Thema: Kann man sich auch in der heutigen deutschen Gesellschaft diskriminiert fühlen ?

Mich würde reizen zu erfahren, ob ihr Euch im Alltag, im Beruf, beim Einkaufen, beim Essengehen, auf dem Wohnungsmarkt, bei der Partnersuche und anderen Gelegenheit im heutigen Deutschland (also dem nach dem Reich, der BRD und der DDR - seit 1990 Deutschland)nach wie vor diskriminiert fühlt und was ihr dagegen tut ?

von: Bernard am: 24.06.2011 18:55h
Antworten: 33, Views: 1515

Zum letzten Beitrag»


Beitrag (#1) von: Julius_G. am: 27.06.2011 11:16h

hi bernard

ich weiß nicht, ob diskriminert so ganz der richtige ausdruck ist. unter diskriminierung verstehe ich bewusste ausgrenzung. es kann aber sein, dass ich mich da irre.

bewusst ausgegrenzt fühle ich mich nicht. sehr wohl aber aus gedankenlosigkeit. das geht damit los, dass ich kaum ein museum besuchen kann. diese sind ja meist in altehrwürdigen gebäuden untergebracht und die sind nur selten rollstuhlgerecht. es gibt in meiner stadt 2 kinos, davon kann ich lediglich einen vorführraum nutzen. dort werden ungünstigerweise fast ausschließlich kinderfilme gezeigt. jedenfalls nie die filme, die ich sehen möchte. kleine geschäfte sind auch kaum mit rollstuhl zu durchfahren, vorausgesetzt, man kommt überhaupt rein. und auf konzerten, wird man oft ziemlich blöd platziert. z. b. so, dass man nichts sieht. was mich noch sehr stört, ist das mitleidig angestarrt werden - egal, wohin ich komme.

tja...was soll man dagegen tun? das anstarren kann man wohl nur tapfer ignorieren, die übrigen missstände gehören eigentlich angesprochen, aber ehrlich gesagt, ist mir das inzwischen zu blöd. ich versuche, halt das zu machen, was geht und fertig.

ABER... es gibt auch positive erfahrungen. und zwar ausgerechnet mit menschen, die selbst nicht gerade als \"mitte der gesellschaft\" gelten.ich bin in meinem ganzen leben noch NIE so normal behandelt worden, wie auf einer tattoo- und piercingmesse. das war einfach nur cool.

liebe grüße
julius


Beitrag (#2) von: kalle am: 27.06.2011 17:10h

RE: hi bernard

Grüss Gott erstmal

ich kann dem Julius nur zustimmen .

Diskriminiert und zwar direkt und persönlich fühle ich mich, wenn der Busfahrer mir die Rampe einfach nicht aufklappen will und mich einfach ignoriert.

oder Leute die im Bus auf dem für Rollstuhlfahrer bestimmten Platz einfach stehen bleiben.

Unbewusst und oder vieleicht bewusst ausgegrenzt fühle mich , wenn

ich ein passendes Hotel buchen will
ich einen Flug buchen will
ich mit der Bundesbahn fahren will

oder aber wie julius schon sagt indirekt,wenn

Rampen vorhanden sind aber Fahrräder sonstiges Zeugs oder gar Blumenkübel zur Zierde die Benutzung unmöglich machen.

Behindertentoiletten falls vorhanden als Putzmittellagerplatz benutzt oder und sonst irgendein Gedöns ein reinkommen verhindert.

Oder liebe Autobesitzer ,die ihre Lieblinge so parken ,dass kein Schwein vorbeikommt,

oder gleich auf dem Behiniparkplatz.

Fussgänger die von mir erwarten ,dass ich ausweiche

undundundund

so jetzt reichts haltet die Ohren steif und lasst euch nicht den Spass an der Freud verderben

Kalle


Beitrag (#3) von: kalle am: 27.06.2011 17:23h

RE: RE: hi bernard

Ach ja du Fragst auch was ich dagegen tue,

das ist bei mir Stimmungsabhängig mal,

kommt ein blöder Spruch

bin ich herzzerreissend nett und lieb

brüll ich wie am Spiess

ist mir nur zum Heulen

droh ich mit dem Rechtsanwalt.

Bei den Vekehrsbetrieben hab ich mich beschwert und eine nette Antwort bekommen
Auch Rufe ich schon mal den Behindertenbeauftragten der Stadt München an

So also Gruss aus München

auch nervt mich wenn tausend Fussgänger den Lift benutzen müssen
oder man blöd an Türen stehenbleit und mich noch blöder anglotzt,


undundund

morgen schreib ich weiter

so und jetzt eine Mass zum obischwaom


ciao ciao kalle


Beitrag (#4) von: smile am: 27.06.2011 21:53h

RE: RE: RE: hi bernard

Ich kann den bisherigen Antworten nur zustimmen.
Disriminierung = bewusste Ausgrenzung ist das eine (und das gegenseitige Miteinander zwischen Rollis und Fussis bzw. zwischen Menschen allgemein beruht auf Gegenseitigkeit. -Will sagen, wie´s in den Wald hineinschreit so wird oft auf geantwortet. Ich bin bisher quasi immer offen auf die Menschen zugegangen, hab von mir aus um Hilfe gebeten, wenn ich z.B. vor ner Treppe stand, anstatt die Leute groß anzuschauen, stumm auf Hilfe zu hoffen und dann \"nein, ich brauch keine Hilfe\" zu sagen, wenn jemand von sich aus seine Hilfe angeboten hat (ist viell. plakativ, ich weiß, aber dennoch... Auch die Wörtchen \"bitte\" und \"danke\", Freundlichkeit oder ein Lächeln bewirken viel :-)).

Das andere ist die Ausgrenzung durch Gedankenlosigkeit (oder z.B. auf Rolliparkplätzen noch schlimmer, dass manche Fussis dort einfach stehenbleiben, auch wenn man sie über den Sinn und Zweck dieses Parkplatzes freundlich informiert hat... -von der DB mal ganz zu schweigen) Auch die Tatsache, dass immer noch einige U- & S-Bahnhöfe zB. in Berlin keine Aufzüge, z.T. noch nicht mal Rolltreppen haben; dass immer noch einige öffentliche Gebäude, Geschäfte, Kinos, Kneipen, etc. nur über Treppen erreichbar sind; dass sich auch im beruflichen Bereich immer wieder rollitechnische Unwägbarkeiten ergeben, dass die Suche nach rollitauglichen Wohnraum und sei er nur ebenerdig ohne Treppen erreichbar, der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleicht und gleich viel teurer ist als \"irgendeine normale\" Wohnung, etc. pp.

Am meisten ärgert mich in dem Moment meine eigene Hilflosigkeit und Ohnmacht, wenn mir va. im Job oder mit den Parkplätzen dadurch meine Grenzen so krass aufgezeigt werden. Da wünschte ich mir manches mal, einfach aufspringen zu können...


Beitrag (#5) von: smile am: 27.06.2011 22:10h

RE: RE: RE: RE: hi bernard

Ansonsten ignoriere ich die Einschränkungen bzw. versuche, sie zu umgehen und so nicht damit konfrontiert zu werden, indem ich z.B. so gut wie immer mit dem Auto fahre (oder fliege, aber nie mit der DB fahre), vorher kläre, welche Kneipen, etc. rollitauglich sind, mich im \"Notfall\" von \"netten Menschen\" -am besten von Freunden tragen lasse. -Ich wäge dann ab, wie wichtig mir etwas in dem Moment ist und ob es mir das wert ist. Wenn es mir wichtig ist, eine bestimmte Sache zu machen, zu sehen, etc. dann sorge ich dafür, dass ich das auch kann (wenn es nicht anders geht auch mit Hilfe).

Manchmal (eher selten und dann nur kurz) verfluche ich auch den Rolli, die ganze Situation... -aber es hilft ja nix, dadurch bekommen die Grenzen nur noch mehr Aufmerksamkeit. der Rolli ist eine Tatsache und läßt sich nicht verändern und Dinge, die sich nicht verändern lassen, sollte man annehmen, sonst kostet das Leben zu viel Kraft und man vergiftet sich nur selber damit und irgendwann verbittert man.

Gegen die Dinge, gegen die ich etwas unternehmen kann, tue ich etwas.

Insgesamt versuche ich mich eher an den schönen Seiten, den positiven Dingen, den Möglichkeiten des Lebens und den netten Begegnungen und positiven Erfahrungen mit Menschen zu orientieren. Die negativen Erfahrungen vergesse ich insgesamt eher schnell (ist sozusagen mein positiver \"Filter\").

:-)


Beitrag (#6) von: kalle am: 28.06.2011 17:04h

RE: RE: RE: RE: RE: hi bernard

Ja grüss gott noch mal zusammen

der grantige Aufreger ist wieder da und
heut fällt mir noch die Behindertenpolitik ein.
Warum wird bestehendes recht nicht umgesetzt ?
( Un BRK )
Der Bayerische Bezirkstagspräsident Mederer
meint dazu.

Menschenrechtsverletzungen gibt es vieleicht in Südamerika ,aber nicht in Oberbayern.

Ja sacradi und was ist zum beispiel bezahlbarer Wohnraum ?


Aber ansonsten bleiben wie smilie,

es gibt auch sehr liebe nette und einsichtige
Mitmenschen.

servus kalle


Beitrag (#7) von: DarkAngel19 am: 30.06.2011 10:15h

RE: RE: RE: RE: RE: RE: hi bernard

@ Julius
ja da muß ich dir recht geben, \"tättoowierte Assis\" sind einfach die toleranteren Menschen in unsrer Gesellschaft. ;-) ich gehöre ja selbst zu dieser \"Szene\" und muß sagen das ich mich niemals so wohl gefühlt habe wie in dieser \"Randgruppe\". ;-)

Zum Thema selbst muß ich sagen, so wirklich diskriminert gefühlt habe ich mich glaub ich noch nie während meiner Rollikarriere. Sicher die Toilettengeschichte empfinde ich oft als sehr ätzend aber das würde ich nicht als diskriminierend bezeichnen....wenn ich wo nicht auf Toi kann geh ich da einfach nicht hin und fertig.
Was mich eher wirklich annervt ist die Tatsache oft einfach, aufgrund des Rollis u. ich glaube auch der Tatsache das ich ne Frau bin, total unterschätzt zu werden im täglichen Leben. Fängt damit an das mir fremde Leute an der Kasse den Einkaufskorb vom Schoss reißen und ihn für mich ausräumen wollen, an ner Rampe auf einmal anfangen zu schieben obwohl ichs nicht will, mir in meinem Hausflur die Türen aufhalten MIT dem kommentar \"das ist doch zu schwer für sie\"...wenn es zu schwer für mich wäre würd ich da ja wohl kaum wohnen.....aber naja so sind die Menschen sie denken in diesen Momenten nicht nach. So wie letztens vorm Aufzug auf der Arbeit, als 2 Schlipsträger erst beinah die Treppe runterpurzelten und mich dann fragten ob sie mir die Tür aufhalten können. Ich sagte dann \"Danke, aber die Aufzugtüren öffnen sich von alleine\". *lach.....naja das war lustig, aber ich kann mich oft nur wundern über meine Mitmenschen....aber, sie meinens ja nur gut. ;-)


Beitrag (#8) von: winni am: 30.06.2011 13:09h

RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE: hi bernard

dasGegenteil von gut ist gut gemeint ;)


Beitrag (#9) von: lila am: 30.06.2011 14:42h

Auch wenn es evtl. nicht so von dir gewollt ist, hast du doch allgemein gefragt. Diskriminierungen passieren täglich und nicht jede davon wird offen erlebt und kann daher auch direkte Reaktionen hervorrufen, wie DarkAngel z.b. beschreibt, wenn sie den Einkaufskorb festhält. Ob eine Alleinerziehende die gewünschte Wohnung nicht erhält,weil sie (nur) alleinerziehend ist, ein Bewerber dem Arbeitnehmer zu alt erscheint für die zu besetzende Stelle oder ob es tatsächlich der Rollstuhl ist, der die Partnerwahl erschwert oder die Hautfarbe , der Emigrationshintergrund letztendlich eine Absage bewirkt. Das kann kaum jemand genau sagen, wenn es nicht offen ausgesprochen wird, oder die Situation wie bei der Bahn und öffentlichen Gebäuden diesen Schluss nahelegt, für sich spricht.Offensichtlichkeit und persönliche Tagesform (s. Kalles Beitrag) sind nicht unwichtig, ob der Einzelne reagiert oder sie still wahrnimmt und erleidet und spielen auch eine Rolle in der Wahl der Waffen (s. smile).Schreibst du die Gemeinde an wegen offensichtlicher Nicht-Barrierefreiheit irgendwo oder hast du Kraft, Atem und die Mittel und suchst dir einen Anwalt für Arbeitsrecht , weil du dich am Arbeitsplatz diskriminiert fühlst, es beweisbar ist.
Ausserdem würde ich noch unterscheiden zwischen bewusster und unbewusster Diskriminierung und subjektiv betrachten, wo bei dir oder deinem Nebenmann Diskriminierung anfängt oder was noch als Unwissenheitssünde, Unbedachtheit (wie Julius schreibt), Dummheit durchgeht.Das variiert genau wie die Einstellung dazu.Wieviel Energie und Kraft habe ich für dieses Thema, wie wichtig ist es mir? Was will/kann ich aufwenden, mich aufzuregen oder aktiv Änderungen anzuregen, einzufordern und wo muss ich ansetzen oder mich persönlich einsetzen.
Das gilt doch irgendwie für alle Arten von Missständen?!

Was tust du dagegen und wo speziell fühlst du dich diskriminiert mal zurückgefragt? Deine Frage hat doch sicher einen ganz konkreten Hintergrund oder nicht?


Beitrag (#10) von: Nachteule34 am: 01.07.2011 00:44h

RE:

Wo fängt Diskriminierung an, und wo hört sie auf?
Ich lehne mich als Fussi mal weit aus dem Fenster, beschreibe aber mal meinen point of view!

Daß der Busfahrer die Rampe nicht runterlassen will, ist ein no go; keine Frage!
Daß manche Menschen in der Fußgängerzone neugierig schauen, hat wohl mehr mit Unwissen als mit Neugier zu tun, denke ich.
Aber manchmal macht ihr es uns Fussis auch ganz schön schwer (ich hab das hier schonmal ähnlich gepostet!):
Halte ich dem Rollifahrer hinter mir die Schwingtür auf, ist es falsch .... lasse ich es, ist es noch falscher!
Biete ich an, die günstigen Nudeln aus dem günstigen, oberen Ragal runterzugeben, ist es falsch ... tu ich´s nicht, bin ich ignorant ...
Etc, etc ....

Warum können Rollis und Fussis nicht ganz normal miteinander umgehen, ohne sich gleich diskriminiert zu fühlen?
Wenn ich als Fussi Hilfe brauche, nehme ich die gerne an ... ist das so schlimm?!?

Wir sind alle gleich .... wir bewegen uns nur anders fort! :)

In dem Sinne
liebe Grüße,
die Eule :)


Beitrag (#11) von: DarkAngel19 am: 01.07.2011 10:35h

RE: RE:

Ich für meinen Teil kann sagen, ich nehme gerne Hilfe an.....WENN ICH SIE BRAUCHE und auch danach gefragt habe. Wenn jemand vor mir durch ne Tür geht und sie für mich aufhält, das ist für mich selbstverständlich finde ich, das mache ich dann auch für die leute die direkt hinter mir kommen. ;-) Wenn ich allerdings grade am Rolli einladen bin oder ne Rampe hochfahre und jemand greift dann einfach zu auch wenn ich laut und deutlich Nein Danke sage, da könnte ich ausrasten! Also Hilfe gerne, aber nur wenn ich frage! ;-)


Beitrag (#12) von: Silvi am: 02.07.2011 13:00h

wenn ich z.b. eine risko-lv von der bv möchte, der preis 32 euro + ich nach einem gesundheitscheck das 3-fache zahlen soll nenne ich das diskrimminierung. das neue angebot diskret in einem umschlag \" nur persönlich öffnen*


Beitrag (#13) von: Silvi am: 03.07.2011 18:14h

Ein wesentlicher Bestandteil der institutionellen Diskriminierung ist die ökonomische Diskriminierung.

Institutionelle Diskriminierung

Institutionelle Diskriminierung bezeichnet Diskriminierungen, die von organisatorischem Handeln von Institutionen ausgehen. Dieses findet häufig in einem Netzwerk gesellschaftlicher Institutionen, beispielsweise im Bildungs- und Ausbildungssektor, dem Arbeitsmarkt, der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik, dem Gesundheitswesen und der Polizei statt. Historisch geht der Begriff der institutionellen Diskriminierung auf die Diskussion zum Institutionellen Rassismus in den USA und Großbritannien zurück. Im Gegensatz zur strukturellen ist die institutionelle Diskriminierung nicht gesamtgesellschaftlich präsent.

Ein wesentlicher Bestandteil der institutionellen Diskriminierung ist die ökonomische Diskriminierung. Individuen gelten dann als ökonomisch diskriminiert, »wenn sie bei wirtschaftlichen Transaktionen mit Gegenleistungen konfrontiert werden, welche sich an persönlichen Merkmalen bemessen, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Leistung stehen«. Eine ökonomische Diskriminierung findet insbesondere auf dem Arbeitsmarkt, dem Kreditmarkt, dem ***Versicherungsmarkt*** und dem Wohnungsmarkt statt und äußert sich häufig in einer Lohn- und Einkommensdiskriminierung.

aus: WIKIPEDIA


Beitrag (#14) von: Silvi am: 11.07.2011 13:31h

etwas ausführlicher ...

Externer Linkhttp://www.forsea.de/projekte/Teilhabesicherunggesetz/2...


Beitrag (#15) von: DarthLili am: 14.07.2011 15:05h

RE: etwas ausführlicher ...

Hy @all,

oh, cooles Thema :D, da muss ich jetzt auch mal meinen Senf dazu geben ^^.

Also, ich hatte eigentlich noch nie irgendwelche Probleme mit Diskriminierung. Wurde nie bewusst ausgegrenzt, selbst in einer Horde von Menschen.
Die Busfahrer hier in meinem Wohnort kennen mich fast alle und helfen mir immer sehr gern (aber auch Passanten helfen!).

Wenn ich mitm Auto unterwegs bin, sprechen mich auch immer viele Leute an, ob sie helfen können. Ich sage dann immer \"Nein danke, geht schon\". Das stört mich ehrlich gesagt überhaupt nicht, denn diese Menschen meinen es wirklich gut. Man muss sich dann auch mal in deren Lage hineinversetzen, würdet ihr das nicht machen, wenn ihr Fussis wärt???

Zum Thema Türen aufhalten: Die meisten Menschen springen sogar nochmal schnell zurück, wenn sie mich sehen, um mir die Tür aufzuhalten. Natürlich halte ich auch Türen auf, wenn z.B. nen Kinderwagen um die Ecke kommt.

Abschließend bleibt zu sagen, dass ich immer gerne Hilfe annehme, wenn ich sie brauche und andersrum gebe ich auch gerne Hilfestellungen, wenn ich kann.
Ich denke, dass ist der Schlüssel zum Miteinander ;).

Regt euch nicht über Falschparker und Assoziale auf, denn die gibt es leider überall, aber wenigstens sind sie recht selten ^^.

Liebe Grüße
Lili


Beitrag (#16) von: Silvi am: 16.07.2011 18:58h

EU Studie zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Diskriminierung in Europa.

http://www.leeds.ac.uk/disability-studies/archiv... class="">
http://www.noexclusion.com


http://www.disabilityright.com


http://www.euroinclusion.com

http://www.inclusioneconomics.com


Beitrag (#17) von: Silvi am: 16.07.2011 18:59h

RE: EU Studie zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Diskriminierung in Europa.

http://www.leeds.ac.uk/disability-studies/archiv... class="">

W. http://www.noexclusion.com

class="">

W. http://www.disabilityright.com

class="">
W.
http://www.euroinclusion.com

class="">

W. http://www.inclusioneconomics.com


Beitrag (#18) von: Silvi am: 16.07.2011 19:01h

*HEUÖL

W. http://www.noexclusion.com
W.
http://www.disabilityright.com
W.
http://www.euroinclusion.com
W.
http://www.inclusioneconomics.com


Beitrag (#19) von: Silvi am: 16.07.2011 19:21h

*Vielen Menschen ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Diskriminierung nicht bekannt und aus diesem Grunde sprechen sie sich irrtuemlich fuer diskriminierende Gesetzgebung aus!*


*Es bleibt zu hoffen, dass die Politik bald erfasst, dass Antidiskriminierung ein erheblicher Wirtschaftsfaktor ist! Es betrifft nicht wie immer wieder irrtuemlich angenommen wird \"Einzelne\" (\"direkte Diskriminierung\") sondern Alle (\"indirekte Diskriminierung\" verursacht durch barrierereiche Gesetzgebung bzw einen Mangel an Antidiskriminierungsregeln, die dazu fuehren, dass Teile der Gesellschaft benachteiligt oder ganz ausgeschlossen bleiben: mit allen sozialen und wirtschaftlichen Folgen !)*

zitate: http://www.euroinclusion.com


Beitrag (#20) von: Silvi am: 16.07.2011 20:17h

Geldgierige Wohlfahrt - Die gesamte Branche lebt von der Exklusion

http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/...


Beitrag (#21) von: Silvi am: 24.07.2011 13:17h

Geldgierige Wohlfahrt - Die gesamte Branche lebt von der Exklusion

Schade Bernard, bist ja doch nur ein Fake ... :-(


Beitrag (#22) von: Viktoria4 am: 21.11.2011 22:35h

Hi Bernard und auch alle anderen,

Da kann ich gleich eine kleine Geschichte zum besten geben, die mir zu dem Thema einfällt. Ist \"Fussi\" irgendwie allgemeiner Slang hier für nicht-Rollstuhlfahrer? Dann will ich das tolle Wort doch auch gleich mal benutzen :-) Also jedenfalls mache ich (Fussi) gerade einen Kurs beim Deutschen Roten Kreuz, und zwar einen Pflegekurs. Vor ein paar Tagen war bei uns Rollstuhltraining angesagt, wir sollten uns gegenseitig durch die Einkaufsstraße schieben und alles mal ausprobieren, die Behindertentoiletten, in Geschäften einkaufen, Geld abheben, sich im Reisebüro über behindertengerechte Reisen (Hotels etc) informieren und eben auch die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, was mir von allen Dingen am interessantesten erschien. Naja, ich war also in der Rolle des Rollstuhlfahrers und wurde von meinem Partner an die Bushaltestelle geschoben (es ging bei uns vor allem um das Schieben des Rollstuhls und weniger darum, wie es ist, selbst drin zu sitzen...wobei ich das weitaus interessanter fand). Dort schauten wir eine Weile auf den Fahrplan um uns zu orientieren wo wir überhaupt hinmüssen, und da kam auch schon der Bus. Wir schauten wirklich vielleicht noch eine Sekunde länger auf den Plan um uns zu vergewissern, dass dies auch der richtige Bus sei. Dann standen wir ebenfalls für einen Moment ratlos da und fragten uns, wie so etwas nun vonstatten geht. Die Busfahrerin hatte uns gesehen und wusste, dass wir einsteigen wollen. Aber soll man nun winken oder ihr sonst irgendein Zeichen geben? Ich kannte das aus Regensburg wo ich vorher gewohnt hatte und wo es eine rollstuhlfahrende Studenten gab, dass der Busfahrer von selbst nach hinten kommt um die Rampe runter zu lassen. Naja, in dem Moment schloss die Busfahrerin bereits wieder die Tür und fuhr an. Mein Partner klopfte daraufhin an die Scheibe, sie bremste und kam schließlich deutlich genervt nach hinten. Dann meinte sie, und das sehr laut und überdeutlich, was wir denn da so lange rumstehen, sie hätte nicht ewig Zeit, wir sollten


Beitrag (#23) von: Viktoria4 am: 21.11.2011 22:43h

RE:

...das nächste Mal bitte sofort dazu entscheiden, einzusteigen oder eben nicht. Wie denn bitteschön, wenn sie die Rampe nicht runterlässt?? Sie sagte das so schön laut und unfreundlich, und die Leute starrten natürlich alle. Ich fand die Situation in dem Moment teilweise ärgerlich und teilweise amüsant, weil die Frau dermaßen schrecklich war und sich unmöglich aufführte, dass es fast schon wieder komisch war. Wir kamen dann im Bus (dort herrschte nach dem Vorfall betretenes Schweigen) auf die gute Idee, ich könnte beim Aussteigen aufstehen und der Dame mitteilen, wir kämen vom Deutschen Roten Kreuz und würden die Rollstuhlfreundlichkeit der öffentlichen Verkehrsmittel und eben unter anderem auch der Busfahrer testen, und sie sei ganz eindeutig durchgefallen, wir müssten das leider ihrem Vorgesetzten melden und würden uns daher ihr Kennzeichen notieren und das Ganze weiterleiten.

Leider kam es dazu dann nicht, weil mein Partner dann doch irgendwie zu nervös war und wir dann auch noch aus Versehen zu weit fuhren...ich glaube, dass es ihm (also dem jungen Herrn mit dem ich die Übung machte) dann doch plötzlich irgendwie unangenehm war, was ich ihm nicht übel nehme, da er jünger als ich ist und bis dahin eigentlich alles tapfer mitgemacht hatte. Trotzdem sehr schade, es wäre eine tolle Gelegenheit gewesen. Seitdem habe ich irgendwie Lust, sowas öfter zu machen und eben genau die Rollstuhlfreundlichkeit der Menschen in den öffentlichen Verkehrsmitteln etc zu testen, und dann möglicherweise darüber zu schreiben. Gibt es so etwas schon?

Was mir übrigens auffiel war, dass Kinder im Kinderwagen und ältere Damen besonders freundlich zu einem sind, wenn man im Rollstuhl unterwegs ist (das eben Beschriebene Erlebnis hat übrigens in Berlin stattgefunden). Kinder sehen sich wohl auf Augenhöhe mit einem und man wird angestrahlt, und ältere Damen sind irgendwie besonders verständnisvoll, was z.B. im Bus sehr schön war. Andere haben betreten geschwiegen, wie Menschen das leider so oft machen, aber gleich zwei alte Damen hab


Beitrag (#24) von: Viktoria4 am: 21.11.2011 22:43h

RE: RE:

...haben uns sehr freundlich angesprochen und mit uns geplaudert um die Situation aufzulockern.

Es ärgert mich trotzdem gerade jetzt wo ich diesen Text hier schreibe, dass wir dieser Busfahrerin nicht die Meinung gesagt haben!!!!

Gruß,

Viktoria


Beitrag (#25) von: Viktoria4 am: 25.11.2011 17:30h

RE: RE: RE:

Hm, leider wieder keine Reaktion...


Beitrag (#26) von: HuckFinn am: 26.11.2011 13:14h

RE: RE: RE: RE:

Wer sich als gesunder Mensch in einen Rollstuhl setzt und sich einige Stunden durch die Gegend schieben läßt, hat nicht den Hauch von einer Ahnung davon wie es ist, als Querschnittgelähmter in einem Rollstuhl zu sitzen und zu leben, vielen seiner wichtigen Körperfunktionen beraubt! Mit Tampon im Arsch, damit die Scheiße nicht rausläuft, mit Katheter in der Harnröhre und Auffangbeutel am Bein, damit man trocken bleibt, mit furchtbaren Schmerzen, die bei jedem Stoß durch den Körper rasen, mit Händen, die keine Kraft haben den Stuhl anzutreiben oder ihn abzubremsen, mit all den Hindernissen, die nicht allein zu bewältigen sind und den Blicken der Anderen ausgesetzt ... für den Rest des Lebens ...

Liebe Fussis, wegen mir setzt Euch ruhig mal in einen Rollstuhl aber glaubt bitte nicht, ihr hattet dann erfahren wie es ist ... denn es ist einfach nur furchtbar.

(Wenn ich, als Mann, einen BH umschnalle, dann weiß ich auch noch lange nicht wie es ist, eine Frau zu sein ... oder!?)

LG, Huck


Beitrag (#27) von: Amy2008 am: 27.11.2011 12:50h

RE: RE: RE: RE: RE:

aber du kannst verallgemeinern wie es sich für \"den\" querschnittgelähmten anfühlt im rolli zu sitzen?


Beitrag (#28) von: DaniB am: 27.11.2011 13:18h

RE: RE: RE: RE: RE: RE:

Ich stimme Huck in einem total zu. Wenn man sich als Fußgänger in einen Rolli setzt und ein paar Stunden durch die Gegend rollert, hat man mit Sicherheit so gut wie nichts von den Problemen mitbekommen, die man also Querschnittgelähmte/r so hat. Und die Vorstellung derer, die das tun und denken, sie wüssten nun, wie es ist, regt mich auch oft auf.
Genauso nachdrücklich allerdings muss ich in einem widersprechen: Die Aussage \"es ist einfach nur furchtbar\" trifft für mich definitiv nicht zu. Das war meine Einstellung vielleicht im ersten Jahr, aber selbst da nicht durchgehend. Nach einer gewissen Zeit allerdings lernt man mit den Einschränkungen zu leben und akzeptiert sie wohl oder übel - jedenfalls die meisten, die ich kennengelernt habe. Und, Huck, nicht jeder hat einen Tampon im A... und einen Dauerkatheter. Beides ist m. E. eher die Ausnahme.


Beitrag (#29) von: Amy2008 am: 27.11.2011 17:51h

RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE:

genau das wollte ich mit meiner frage andeuten. ja, ich kann es auch nicht leiden, wenn fußgänger glauben nach einem tag im rolli (oder soll es eine woche sein) wüssten sie genau wie das ist. oder auch allein durch die tatsache jemanden im rolli zu kennen wüssten sie genau bescheid.
aber noch viel mehr regt mich diese haltung auf, als selbstbetroffener zu glauen für alle sprechen zu können. ich halte es da mit dani, mein leben ist nicht furchtbar und ich habe weder nen dk, noch nem tampon, noch unerträgliche schmerzen, noch probleme mich im rolli fortzubewegen.
und ich will ganz sicher nicht, dass das das bild ist, das in der welt von \"uns\" rollstuhlfahrern verbreitet wird. also vielleicht lieber nur von sich selber sprechen, wenn man andere kritisiert.


Beitrag (#30) von: Viktoria004 am: 27.11.2011 20:00h

RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE: RE:

Darf ich dazu nochmal kurz anmerken, dass ich NIE behauptet habe, nun genau zu wissen wie \"es\" sich anfühlt? Dass ich schlicht und einfach erwähnt habe, dass wir dieses Rollstuhltraining gemacht haben und ich es interessant fand, weil man einmal wenigstens für ein paar Stunden die Erfahrung machen konnte? Nein, nicht für einen Tag oder eine Woche, nur ein paar Stunden, ich weiß, und trotzdem wage ich zu sagen, dass ich es interessant fand, und dass es eine bereichernde Erfahrung für mich war, und auch für alle anderen im Kurs. Und ich finde es besser, so etwas überhaupt mal gemacht zu haben, als dass einem alles sch***egal ist.


Beitrag (#31) von: bella_mi am: 29.11.2011 18:14h

RE: RE: RE: RE: RE:

Also dazu möchte ich Hucky im folgenden zustimmen>>>>>>>>>>>>>

Keiner,aber auch keiner darf/kann sich anmaßen sich wie ein Rollifahrer zu fühlen oder es gar interessant zu finden…..zumal er im Hinterkopf hat, dass es nur vorübergehend ist und sowieso ohne Probleme ein Fuß vor den Anderen setzen kann….

Und ihm im folgenden zu widersprechen>>>>>>>>>>>>>>>>>
Zitat Hucky:
Liebe Fussis, wegen mir setzt Euch ruhig mal in einen Rollstuhl aber glaubt bitte nicht, ihr hattet dann erfahren wie es ist ... denn es ist einfach nur furchtbar.

Es ist nicht furchtbar Hucky…(wissend das ich zeitlebens einen fahrbaren Untersatz benötige)………wohlbemerkt für mich…habe auch keinen Tampon im A……………oder Katheder und auch keine Höllenschmerzen…komme problemlos von A nach B…..
Würde aber trotzdem meine Beine für das gebrauchen für das wofür sie ursprünglich gedacht sind…


Beitrag (#32) von: attila69 am: 12.05.2012 02:32h

Diskriminierung durch die Politik

Ich ärgere mich sehr, dass die Politiker über unsere Köpfe hinweg Sachen entscheidet wegen Behindertenpolitik und dass die z.B. einen Behindertenbauftragten aufstellen ohne uns zu fragen. Da fühle ich mich bevormundet, diskriminiert und nicht ernst genommen. Schliesslich entscheiden wir Behinderte doch auch nicht über die Nichtbehinderten. Und wenn die Politiker so sind, ja was wundern wir uns dann über die \"normalen\" Bürger?

Nach der Ba-Wü Landtagswahl hiess es von der grün-roten Landesregierung, dass es mehr Mitsprache der Bürger gebe. Wir Behinderten in Ba-Wü schöpften Hoffnung. Aber zu früh gefreut. Die SPD, allen voran die Sozialministerin (SPD), wollte unbedingt den SPD-ler Gerd Weimer als Landesbehindertenbeauftragten. Wir Behinderte haben zwar grundsätzulich nichts gegen Gerd Weimer. Aber wir wollen endlich selbst bestimmen. Und ein Behinderter als Behindertenbeauftragter wäre super, denn so einer weiss doch viel besser bescheid was wir wirklich brauchen und wollen.

Wir haben diesen offenen Brief geschrieben:
http://barrierefrei.gegen-stuttgart-21.de/2011/08/05/offener-brief-an-die-landesregierung-zukunftige-beauftragte-fur-behinderte-menschen/

Aber keine Reaktion. Alle Proteste auch von anderen Behinderten hat nichts gebracht. Die SPD hat sich durchgesetzt :-((

Nun geht das selbe scheiss Spiel erneut los, denn Stuttgart soll seinen ersten Behindertenbauftragten haben, und schon wieder werden wir nicht gefragt:

Die Politik, in diesem Fall der Stuttgarter OB Wolfgang Schuster (CDU) und Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer (FDP), stellen die Behindertenbeauftragte. Auch in diesem Fall wäre es höchste Zeit, dass wir Behinderten diese stellen sollten.

Siehe die Online-Artikel der Stuttgarter Zeitung:
http://barrierefrei.gegen-stuttgart-21.de/2012/05/05/behindertenbeauftragte-in-stuttgart/


Beitrag (#33) von: attila69 am: 12.05.2012 02:36h

RE: Diskriminierung durch die Politik

Auch wegen der Diskriminierung durch die Politik wurde diese Online-Petition gestartett:

\"Behindertenbeauftragte und Behinderten(bei)räte müssen im Landesgleichstellungsgesetz verankert sein!\"
http://openpetition.de/petition/online/behindertenbeauftragte-und-behinderten-bei-raete-im-landesgleichstellungsgesetz-baden-wuerttemberg

(Zeichnungsfrist bis 27.Mai 2012!!!)

Wir mobilitäts- und im Leben eingeschränkten Menschen (Behinderte/chron. Kranke) wollen nicht mehr, dass weiterhin über unsere Köpfen hinweg entschieden wird.
Wir wollen in der Behindertenpolitik endlich mitreden und Entscheidungen treffen die verwirklicht werden!
Deshalb ist es wichtig, dass wir Behinderten u.a. selbst wählen dürfen wen wir als Behindertenbeauftragte und Behinderten(bei)räte wollen (auf Kommunaler, Landes und später auch auf Bundesebene).
Auch deshalb ist es wichtig diese Online-Petition zu unterzeichnen.

Gotthlf Lorch ist selbst Körperbehindert (E-Rollifahrer), wohnt in Tübingen, Dipl. Soz.-arb/FH und Inklusionsberater. Er ist politisch aktiv und kämpft seit ca. 30 Jahren für die Rechte der Behinderten, für Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und Barrierefreiheit.

Es können selbstverständlich auch Leute unterschreiben die keine Behinderung haben und nicht in Ba-Wü wohnen. Danke für Euere Unterstützung.

Bitte leitet diese Nachricht weiter. Danke!




 
 
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