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HAUTKREBS | 20.10.2008

Papillomviren unter Verdacht

 

Heidelberg. Krebsforscher gehen dem Verdacht nach, dass Papillomviren bei immungeschwächten Patienten Hautkrebs auslösen können. Das teilte das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mit. Von Mittwoch bis Freitag findet dort eine internationale Tagung dazu statt.

Das Krebsforschungszentrum erklärte, Papillomviren spielten nicht nur bei der Entstehung von Warzen und Gebärmutterhalskrebs eine Rolle, sondern stünden im Verdacht, auch an der Entwicklung von weißem Hautkrebs beteiligt zu sein.

Die Forschung konzentriert sich auf Patienten, die nach einer Organtransplantation auf die medikamentöse Unterdrückung ihres Immunsystems angewiesen sind. Sie litten oft an Warzen und erkrankten bis zu 250 Mal häufiger an Hautkrebs als die Normalbevölkerung.

Als Grund dafür vermuten die Experten, dass das unterdrückte Abwehrsystem die Papillomviren nicht mehr bekämpfen kann, mit denen die meisten Menschen infiziert sind. Besonders erhöht ist den Angaben zufolge die Rate an Plattenepithelkarzinomen, einem Krebs der obersten Hautschichten.

Auf der Tagung berichtet Professor Massimo Tommasino aus Lyon über seine Entdeckung, dass Papillomviren, die die Haut infizieren, Zellen in Krebszellen verwandeln können. "Offenbar nutzen diese Viren dazu die gleichen Krebsgene wie ihre Verwandten, die Zellen des Gebärmutterhalses infizieren", erklärte das Forschungszentrum.


Kontrollmechanismen können Virus in Schach halten

Nach einer Infektion mit Papillomviren komme es aber nicht zwangsläufig zur bösartigen Entartung, hieß es weiter. Zellen verfügten offenbar über Kontrollmechanismen, die das Virus in Schach halten können. In Tumorzellen seien diese Schutzmechanismen lahmgelegt oder ausgefallen.

Auch bei der gesunden Bevölkerung steigt das Hautkrebsrisiko den Wissenschaftlern zufolge dramatisch an. Als Ursache wird häufiges Sonnenbaden vermutet. Für die Entdeckung, dass Papillomviren Gebärmutterhalskrebs auslösen können, erhält der deutsche Forscher Harald zur Hausen den Medizin-Nobelpreis 2008. (ap)

Quelle: fr-online.de

 

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