Medizin und Wissen

MEDIZIN & WISSEN
Die posttraumatische Belastungsstörung
Normale Reaktion auf ein unnormales Erlebnis
Traumatische Erlebnisse sind Ereignisse, die außerhalb der normalen Erlebenswelt der meisten Menschen liegen. Dazu gehören Unfälle und Gewalterfahrungen (Überfall, Vergewaltigung, Misshandlung etc. oder
deren Versuch), aber auch Entführung, Naturkatastrophen oder Kriegsteilnahme.
Inhalt:
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7
Teil 8
Teil 9
Diese Erfahrungen sind so ungewöhnlich und belastend, dass die meisten Menschen damit überfordert sind, solche Erlebnisse richtig zu verarbeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob man selbst Betroffener, oder "nur" Zeuge des traumatischen Ereignisses, z. B. eines Flugzeugabsturzes war, oder aber als Helfer an den Ort des Geschehens gerufen wurde.
Nach einer traumatischen Erfahrung ist es ganz natürlich, dass körperliche und psychische Funktionen aus dem Ruder laufen. Dabei kann es in seltenen Fällen auch vorkommen, dass die Beschwerden dem belastenden Ereignis erst nach Wochen oder Monaten folgen.
Typische Beschwerden:
Was auch immer die Störung ausgelöst hat, viele Menschen mit Posttraumatischer Belastungsstörung(PTB) berichten über ähnliche, ganz typische Beschwerden.
Dies können körperliche Symptome sein wie z. B. Schmerzen in verschiedenen Bereichen, Magen-/Darmprobleme, Schlafstörungen, Appetitstörungen, Herzrasen, Schwitzen, Schreckhaftigkeit, sowie erhöhte Krankheitsanfälligkeit.
Im Vordergrund stehen jedoch meist emotionale Reaktionen z. B. ständiges Wiedererleben des Traumas in Form von Alpträumen oder quälenden aufdringlichen Erinnerungen während des Tages, oder aber die Betroffenen fühlen sich "emotional taub" und losgelöst, besonders im Kontakt mit Personen, denen sie vor dem Ereignis nahe standen. Auch depressive Stimmung, Zweifel, Ängstlichkeit, Hilflosigkeit, häufige Stimmungsschwankungen und Verleugnung sind typische Symptome der PTB. Viele Betroffene verlieren das Interesse an Dingen und Aktivitäten, die ihnen früher Freude machten und isolieren sich von ihrer Umwelt. Sie sind ständig "auf der Hut", haben ein erhöhtes Bedürfnis die Umwelt oder Andere zu kontrollieren, sind unruhig und übervorsichtig, gleichzeitig auch leicht reizbar, aggressiver als früher oder sogar gewalttätig. Es können Konzentrations- und Entscheidungsschwierigkeiten auftreten, genauso wie plötzliches Weinen und Gefühle der Verdorbenheit, des Ruiniertseins, der Erniedrigung und der Schuld.
Dingen oder Situation zu begegnen, die an das Erlebnis erinnern, kann sehr belastend für die Betroffenen werden, was häufig dazu führt, dass bestimmte Orte und Situationen vermieden werden. Auch der Jahrestag des Ereignisses bringt oft schon weit vor dem Tag starke Ängste und andere negative Gefühle mit sich.
Bei jeder Person wirkt sich traumatische Erfahrung jedoch etwas anders aus, so dass nicht immer alle genannten Symptome vorhanden sein müssen, wenn jemand an PTB erkrankt ist.
Körper und Geist brauchen nach dem traumatischen Erlebnis vor allem Zeit und die Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld, um die schrecklichen Erfahrungen zu verarbeiten. In ungefähr 50% der Fälle gelingt dies von selbst, also ohne professionelle Unterstützung.
Bleiben jedoch noch mehrere Monate nach dem Trauma verschiedene Symptome der akuten Belastungsreaktion bestehen oder kommen neue Symptome hinzu, hat sich aller Wahrscheinlichkeit nach eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTB) entwickelt.
An PTB zu leiden ist kein Zeichen von Schwäche oder ‚Geisteskrankheit‘. Es ist die normale Reaktion auf ein außergewöhnliches Erlebnis. Genauso wie ein gesunder Knochen unter einer sehr schweren Last bricht, kann ein vorher gesunder Mensch in Folge traumatischer Erlebnisse PTB entwickeln.
Die PTB betrifft in der Regel alle Lebensbereiche (Beruf, Freizeit, Sozialkontakte, Zukunftsplanung) und kann den Betroffenen derart einschränken, dass sich neben dem Verlust der Arbeitsfähigkeit und der Sozialkontakte, Depressionen, Ängste und Alkohol- oder Tablettenmissbrauch entwickeln können. Der Verlauf der Krankheit variiert stark. Unbehandelt nimmt die Störung jedoch oft über viele Jahre einen chronischen Verlauf.
Es gibt Auswege.
So schlimm die Konsequenzen traumatischer Erlebnisse oft sind, lassen sich solche Störungen heute mit Mitteln der modernen Psychotherapie gut behandeln. Mit erfahrenen und qualifizierten Spezialisten können heute auch schwere und langdauernde Posttraumatische Belastungsstörungen (PTB) mit sehr gutem Erfolg behandelt werden.
Die Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster hat sich unter anderem auf die Behandlung von PTB spezialisiert und bietet störungsspezifische auf die Einzelperson genau zugeschnittene Therapiekonzepte an. Denn um eine PTB erfolgreich zu behandeln, ist es sehr wichtig, die speziellen Erscheinungsformen und Hintergründe der Störung bei jedem einzelnen Patienten genau zu kennen, zu verstehen, wie die Störung entstanden ist und wodurch sie aufrechterhalten wird. Wenn die Therapie intensiv und alltagsnah durchgeführt wird, kann die Behandlung sogar auf wenige Wochen konzentriert werden, so dass langandauernde Klinikaufenthalte vermieden werden können. Darüber hinaus sorgt die individuelle Anpassung der therapeutischen Maßnahmen an die persönliche Problematik der Betroffenen für stabile Behandlungserfolge.
Informationen
Auf den folgenden Seiten können Sie einiges über die besonderen Merkmale der Störung lesen :
Merkmale der PTB und Risikogruppen
durch welche Ereignisse eine PTB hervorgerufen werden kann :
Traumatische Erlebnisse
die diagnostischen Kriterien :
Diagnose der PTB
den Verlauf und die Häufigkeit kennen lernen :
Häufigkeit, Verlauf und Folgen
sich über die Entstehung und die Aufrechterhaltung:
Ursachen der PTB
und über die Behandlungsmethoden:
Therapie der PTB
sowie die Erfolge in der Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen informieren:
Behandlungserfolge bei PTB
Außerdem finden Sie einen kleinen Fragebogen, um Hinweise zu bekommen, ob Sie selbst möglicherweise an PTB leiden:
Leide ich unter PTB?
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