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Medizin und Wissen

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SPEZIAL | 06.06.2007

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Wenn die Nebenwirkungen zu stark sind …

 

Behandlungsalternativen der „neurogenen Blase“

Inhalt:
Teil 1
Teil 2 - Medizin & Wissen»

 
Tropfen

Wie wichtig eine optimale Versorgung der neurogenen Blase ist, verdeutlichen die aktuellen Leitlinien der Neuro-Urologie-Experten: Lebenserwartung und Lebensqualität hängen entscheidend von einer frühzeitig einsetzenden und konsequent lebenslang fortgesetzten neuro-urologischen Betreuung ab. Einsicht und Mitarbeit des Betroffenen sind erforderlich.*1


STARTRAMPE.NET widmet daher pünktlich zum 1. deutschen Kontinenztag am 30.6.07 dem Thema »neurogene Blase« ein Spezial und bringt Sie auf den neusten Stand.

 

Steuerung der Blasentätigkeit mit Oxybutynin-Tabletten

Die erste Methode der Wahl zur Behandlung der neurogenen Blase ist der intermittierende Katheterismus kombiniert mit Tabletten, welche die Symptome einer Detrusorhyperaktivität (überaktiver Blasenmuskel) hemmen. Die eingesetzten Tabletten (z.B. Dridase, Oxybase) sind Medikamente aus der Gruppe der Anticholinergika, z.B. Oxybutynin, die den Blasenmuskel dauerhaft, aber reversibel, d.h. nicht endgültig, ruhig stellen.

 

Oxybutynin wird seit mehr als 30 Jahren in der Urologie bei Querschnittgelähmten und neurologisch betroffenen Patienten zur Steuerung der Blasentätigkeit erfolgreich eingesetzt. Es ist ein Wirkstoff, dessen Wirksamkeit in vielen Studien und in der Praxis nachgewiesen wurde.*2

 
Tabletten

Bis in die späten Neunziger gab es diese Substanz nur in Form von Tabletten. Dies ist auch bis heute die häufigste und einfachste Anwendungsart. Was kann man aber tun, wenn die ersehnte Kontinenz ausbleibt oder die Tabletten starke bis unerträgliche Nebenwirkungen verursachen?

 

Typische Nebenwirkungen, über die Betroffene am häufigsten klagen, umfassen an erster Stelle Beschwerden wie Mundtrockenheit oder Verstopfungen - Herz-Rhythmus-Störungen, verschwommenes Sehen, Übelkeit und Erbrechen machen weitere knapp 10% der unerwünschten Effekte aus.

 

Viele Patienten schrecken vor einem irreversiblen operativen Eingriff zurück. Dieser könnte zwar eine Abhilfe verschaffen, bedeutet jedoch spezielle Risiken und Komplikationen und erfordert gleichzeitig mehrwöchige stationäre Behandlungen. Eine solche OP will gut überlegt sein.

 

Anfang der Neunziger Jahre lieferte eine große Anzahl von weltweit durchgeführten Studien interessante Ergebnisse. Die erheblichen Nebenwirkungen der Tabletten lassen sich auf ein Minimum verringern, und zwar über eine spezielle, alternative Anwendung des bewährten Wirkstoffs Oxybutynin:

 

Instillation von Oxybutynin über den Katheter in die Blase

Das Einspülen von Oxybutynin-Lösung direkt in die Harnblase - die so genannte intravesikale Anwendung: Die Oxybutynin-Lösung wird dabei nach der Blasenentleerung über den Katheter direkt in die Blase verabreicht (instilliert).

 

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*1 Burgdörfer, H., Heidler, H., Madersbacher, H., Kurtzenberger, J., Palmtag, H., Panner, J., Sauerwein, D., Stöhrer, M.: Manual. Neuro-Urologie und Querschnittlähmung. Leitlinien zur urologischen Betreuung Querschnittgelähmter. 4. Auflage, 04/2007
*2 Danuser, H., Springer, J.P., Thalmann, G.N.: Erste Erfahrungen mit der intravesikalen Instillation von Oxybutyninhydochlorid bei Patienten mit Detrusorhyperreflexie. Akt. Urol. 27 (1996), 287-290

 

Autor: Jörn Gödecke

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