Medizin und Wissen

SPEZIAL | 06.06.2007
Wenn die Nebenwirkungen zu stark sind …
Inhalt:
Teil 1
Teil 2 - Medizin & Wissen
Medizin & Wissen

Klinische Studien belegten für diese Methode eine hohe Wirksamkeit, einen raschen Wirkbeginn und eine im Vergleich zu Tabletten deutlich nebenwirkungsärmere Behandlung.*3
Sie eignet sich für Patienten mit Rückenmarkverletzungen, Querschnittlähmung, Spina bifida, Multipler Sklerose und einer Überfunktion des Blasenmuskels. Der Grund für die hohe Verträglichkeit der intravesikalen Instillation liegt in der besonderen Aufnahme des Oxybutynins direkt am Zielorgan ohne den Umweg über den Blutkreislauf und die Leber.

Vor 10 Jahren konnte ein Patient nur von spezialisierten Urologen auf diese Methode hingewiesen werden. Da es in Deutschland keine fertigen Instillationssets gab, musste der Patient eine Apotheke finden, die sich auf die Herstellung solcher Rezepturen spezialisiert hat. Diese gaben dem Patienten die Oxybutynin-Lösung in Medizinfläschchen ab - die Handhabung der einzeln verpackten Spritzen, Kanülen und Adaptern war sehr kompliziert. Diese Anwendung bestand aus mehreren Schritten und verlangte gute Fingerfertigkeit, höchste Präzision und Steril-Bedingungen, weshalb durch mikrobielle Kontaminierung oft auch Blaseninfekte ausgelöst wurden.
Um so erfreulicher ist es, dass heute einige Apotheken der Aufforderung von Urologen und Kliniken nachkommen*4
und steril verpackte Einmal-Instillationsets produzieren. Diese Instillationssets (auch Fertigspritzen genannt) enthalten die einsatzbereite Oxybutynin-Lösung und können direkt auf handelsübliche Katheter aufgesetzt werden - auch von Betroffenen mit beeinträchtigter Feinmotorik.
Jetzt auch in jeder Apotheke erhältlich
Die Grachtenhaus Apotheke in Hamburg, zum Beispiel, produziert bereits seit einigen Jahren diese Fertig-Instillationssets und versendet sie direkt an Patienten. Seit Frühjahr 2007 gibt es die GRACHTENHAUS Sets auch als Fertigarzneimittel über alle Apotheken in Deutschland.
Startrampe.net wollte vom Hersteller wissen, wie die Patienten auf diese Neuerung reagieren. Dorothea Niese von der Kundenbetreuung erklärte hierzu:
»Die Resonanz ist äußerst positiv, sowohl von Seiten der behandelnden Ärzte als auch von Patientenseite. Häufig probieren unsere Patienten mehrere Medikamente aus, bevor sie unser Produkt entdecken. Die Steril- und Reinräume, in denen wir arbeiten, sind nach modernster Technik gebaut: Sie ermöglichen es uns, ein Qualitätsprodukt herzustellen. Die hochwertigen Sets sowie eine bedarfsgerechte persönliche Patientenbetreuung sind die Schlüsselpunkte, von denen unsere Patienten schon nach kürzester Anwendungszeit profitieren.«
Für welchen Patienten eine Instillation sinnvoll ist, entscheidet selbstverständlich der behandelnde Arzt. Im Allgemeinen gilt: Oxybutynin-Instillationssets eignen sich ganz besonders für Patienten, die zur Blasenentleerung ohnehin den intermittierenden Katheterismus nutzen.
Weiterführende Informationen erhalten Sie auch direkt bei der Grachtenhaus Apotheke unter dem kostenlosen Service-Anschluss 0800-069 98 66 und unter
http://www.grachtenhaus-apotheke.de
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*3 Fröhlich, G.,Burmeister, S., Wiedemann, A., Bulitta, M.: Intravesikale Instillation von Trospiumchlorid, Oxybutynin, und Verapamil zur Relafation des Harnblasen-Detrusors. Arzneim.-Forsch./Drug Res.48 (I), Nr. 5 (1998)
*4 »Da die Vorbereitung der Instillationslösung und deren Applikation für den Patienten aufwendig ist, wäre zur Vereinfachung des Instillationsprozederes und zur Verbesserung der Patientencompliance sowie aus hygienischen Gründen eine konfektionierte Instillationslösung in Form einer Einmaldosis wünschenswert.« Aus: Danuser, H., Springer, J.P., Thalmann, G.N.: Erste Erfahrungen mit der intravesikalen Instillation von Oxybutyninhydochlorid bei Patienten mit Detrusorhyperreflexie. Akt. Urol. 27 (1996), 287-290
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