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Rollstühle

 

Alles rund um den Rollstuhl: was für Rollstuhltypen gibt es, welches Kissen ist das Beste, was ist ein Handbike uvm.

Inhalt:
Teil 1 - Was gibt's?
Teil 2 - Zusatzantriebe»
Teil 3 - Kissen/Sitzsysteme»
Teil 4 - Rund um den Rollstuhl»
Teil 5 - Beratung»

Was gibt's?

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Faltrollstuhl

Dies ist der klassische Rollstuhl. Er rangiert vom Standardrollstuhl (Omas AOK- Schopper) bis zum modernen gut anpassbaren und einstellbaren Aktivrollstuhl. Alle haben folgenden Klappmechanismus: Fußbrett hochklappen, an der Sitzbespannung nach oben ziehen - schon macht er sich schmal. Durch die Möglichkeit ihn zusammenzufalten ist etwas Beweglichkeit im Rollstuhlrahmen nötig, damit beim Zusammenklappen nichts verklemmt wird.

Vorteil: mehr Komfort, da bei einem unebenen Untergrund ein wenig ausgeglichen wird. Nachteil: Ein Teil der Kraft, die zum Antrieb benötigt wird, "versackt" aufgrund der Beweglichkeit des Rahmens.

Alle Maße, also Sitzbreite, Sitztiefe oder Rückenlehnenhöhe lassen sich beim Aussuchen des Rollstuhls individuell anpassen. Ebenso lässt sich die Sitzneigung und die "Kippligkeit" nach Stärke der Behinderung bzw. nach Fahrkönnen des Benutzers einstellen. Dieser Rollstuhl ist als Alltagsrollstuhl am besten geeignet. Für sportliche Aktivitäten ist er nicht empfehlenswert, da er sich durch zu geringe Einstellbarkeit nicht genügend anpassen lässt. Außerdem, ist er durch die vielen beweglichen Teile, die das Falten ermöglichen, für einige Sportarten, wie Rollstuhlbasketball, nicht stabil genug.

 

Starrer Rollstuhl

Das Zusammenklappen funktioniert anders als beim Faltrollstuhl. Beim starren Rollstuhl werden die Räder seitlich abgenommen, und die Rückenlehne wird auf den Sitz geklappt. So lässt sich der Rollstuhl zum Beispiel in ein Auto verladen. In diesen Stühlen bewegt sich fast nichts mehr, d.h. alle zur Verfügung stehende Kraft kann in den Antrieb umgesetzt werden. Dies ist besonders für Tetraplegiker ein entscheidender Vorteil. Allerdings mit dem Nachteil, dass der Rollstuhl auf jede Unebenheit im Boden reagiert.

Alle Maße lassen sich ebenso wie beim Faltrollstuhl individuell anpassen. Zusätzlich kann noch der Winkel der Rückenlehne verstellt werden, um ihn an eine individuelle Sitzposition optimal anzupassen.

Starre Rollstühle werden im Alltag wie auch im Sportbereich eingesetzt. In jeder Sportart werden ganz unterschiedliche Anforderungen an die Einstellungen dieser Rollstühle gestellt, sodass sie nicht nur an die Lähmungshöhe, sondern auch an die Spielposition angepasst werden müssen. Wer also noch nicht so ganz genau weiß, welche Sportart er betreiben will, sollte einen Rollstuhl auswählen, der einen möglichst großen Freiraum in der Einstellbarkeit zulässt.

 

Elektrorollstühle

 

Innen-, Außen-, Kombi-Elektrorollstühle

Der Innen-Elektrorollstuhl zeichnet sich durch besonders kleine Abmessungen (Länge/Breite) aus und hat vorne und hinten recht kleine Räder, um besonders wendig zu sein. Die zwei Motoren treiben die beiden größeren Räder an, sodass es möglich ist, auf der Stelle zu wenden. Ein Motor dreht dann vorwärts und einer rückwärts.

Diese Rollstühle sind im Außenbereich gar nicht zu gebrauchen, da die kleinen Räder an jeder Kante hängen bleiben. Sie eignen sich z.B. für Tetraplegiker, die auch im Innenbereich nicht in der Lage sind einen mechanischen Rollstuhl anzutreiben, eine kleine Wohnung haben, und sich für längere Ausfahrten evtl. in den Außen-Elektrorollstuhl umsetzen.

Der Außen-Elektrorollstuhl sollte für lange Strecken auch in unebenem Gelände eingesetzt werden. Durch seine großen motorgetriebenen Räder vorn und eine direkte Lenkung der Hinterräder ist er nicht besonders wendig, kann jedoch auch Bordsteine bis zu einem gewissen Maße sicher überwinden.

Wer öffentliche Verkehrsmittel (Bus, S-, U-Bahn) benutzt, ist mit einem reinen Außenfahrer am gefahrlosesten unterwegs, da auch nasse Rampen oder Spalten zwischen Bahnsteig und S-Bahn noch gut überwunden werden. Wer also nicht selbst Auto fahren kann, aber trotzdem allein mehr als nur die ganz unmittelbare Umgebung erkunden will, für den kommt dieser Rollstuhl evtl. in Frage.

Ein weiterer Nachteil dieser Rollstühle ist, dass sich Maße wie Sitzbreite, Rückenhöhe oder Sitztiefe nicht so Zentimetergenau wie beim Aktivrollstuhl gewohnt anpassen lassen.

Der Kombi-Elektrorollstuhl stellt einen Kompromiss dar. Er ist noch relativ wendig, hat jedoch schon etwas größere Räder, mit denen man auch draußen fahren kann. Das Antriebsprinzip besteht wie beim Innenelektrorollstuhl aus zwei Motoren, die bei gegenläufigem Drehen ein Wenden auf der Stelle ermöglichen. Diese Rollstühle haben eine indirekte Lenkung, d.h. die kleineren meist vorderen Räder sind inaktiv und folgen nur der Richtung, die von den Motoren vorgegeben wird. Dies ist das gleiche Prinzip eines mechanischen Rollstuhls: 2 Arme = 2 Motoren. Hierdurch sind aber Bodenunebenheiten und Gefällestrecken nicht immer ganz sicher zu bewältigen.

Geeignet sind diese Rollstühle z.B. für Tetraplegiker, die eine Wohnung mit ausreichend Platz für einen Kombifahrer haben, sich jedoch ohne umständliches Umsetzen auch in der Stadt frei bewegen oder größere Entfernungen fahren wollen.

Für die Anpassung an die Körpermaße gilt das gleiche wie für die Außen-Elektrorollstühle: Zentimetergenau geht es meist nicht.

Verfasserin: Sabine Biedermann, Januar 2001

 

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