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Persönliche Assistenz

 

Inhalt:
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"Entlastung und Selbstbestimmung" :

Interview mit der Assistenznehmerin Elisabeth Engel

 
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Elisabeth Engel

Elisabeth Engel aus Hamburg bekommt seit fünf Jahren rund um die Uhr Persönliche Assistenz über die HAG.
Um das Unternehmen auch aus der Sicht einer Assistenznehmerin wiederzugeben, haben wir ihr zu ihren Erfahrungen mit der HAG einige Fragen gestellt
(und sagen herzlich "Dankeschön!" für die Beantwortung!).

 

"Von allem bisher das Beste": Elisabeth Engel und die HAG

Frau Engel ist sehr zufrieden mit den Diensten der HAG. Die wesentlichen Vorteile für sie stellen die Entlastung und ihre Mitbestimmung dar, denn sie kann sich selber aussuchen, wer bei ihr arbeitet, kann den zeitlichen Rahmen festlegen und die Schichten verteilen. Frau Engel möchte nur von Frauen betreut werden - über die herkömmlichen Pflegedienste wurden ihr die Pflegekräfte zugeteilt, sie hatte keinerlei Mitsprache. Im Gegensatz zur totalen Selbstorganisation ihrer Pflege wird ihr ein Großteil an Organisation von der HAG abgenommen: Als sehr positiv empfindet Frau Engel, dass die HAG ihr die unliebsamen Dinge abnimmt und sich beispielsweise um Gehälter und Urlaub der Assistenzgeberinnen kümmert. Sie schätzt es sehr, sich die Leute auszusuchen, die ihr assistieren und mitzubestimmen, wer wie bei ihr Arbeit leistet. Persönliche Assistenz bedeutet für sie, dass die Assistenzgeberinnen so arbeiten, wie sie es möchte.

 
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Vor der HAG hat Frau Engel verschiedene Pflegemodelle ausprobiert, z. B. Zivildienstleistende oder herkömmliche Pflegedienste. Dann hat sie ihre Pflege in eigener Regie organisiert, bis das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war. Diese Selbstorganisation war sehr aufwendig - wenn die Pflegenden krank wurden, musste sie selbst für Ersatz sorgen. Die HAG empfindet sie bisher als das beste Pflegemodell.

Elisabeth Engel hat die Kosten für ihre Assistenz im Jahr 1986 bewilligt bekommen, als sie noch studierte und die Finanzlage in den Kommunen noch eine bessere war.

 

Ein 'partnerschaftliches Verhältnis' :

Die Arbeit mit den Assistenzgeberinnen

Bei der HAG leiten die Assistenznehmerinnen die Assistenzgeberinnen selbstständig an. Für Elisabeth Engel ist die praktische Umsetzung nur eine Frage der Organisation: Wenn bei ihr eine neue Assistenzgeberin anfängt, wird diese zunächst drei Stunden lang von einer Kollegin eingearbeitet, erst dann übernimmt Frau Engel selbst die Neue. "Kommunikation" ist das Zauberwort in dieser anstrengenden Einarbeitungs-Phase.

Ein typischer Tagesablauf für Elisabeth Engel

Die Schichten der Assistenzgeberinnen verteilen sich auf eine Frühschicht bis 15 Uhr, eine Spätschicht bis 22 Uhr und eine Nachtschicht bis 8 Uhr. Am Abend informiert Frau Engel die Nachtschicht, wann sie am kommenden Morgen geweckt werden möchte. Nach dem Wecken bekommt sie ihre Medikamente und wird gewaschen. Dann hat die Assistenzgeberin eine 20minütige Pause, anschließend werden Hausarbeiten erledigt. Am späten Vormittag erhält Frau Engel ihr Frühstück, danach hat die Assistenzgeberin wiederum eine 20minütige Mittagspause. Elisabeth Engel hält einen Mittagsschlaf, und die Assistenzgeberin kümmert sich währenddessen um die Wäsche. Nachmittags erledigt die Assistenzgeberin täglich wechselnde Aufgaben (Küche wischen, Flur reinigen etc.). Besonders wichtig sind Frau Engel die diversen Handreichungen, die ihre Assistenznehmerinnen für sie vornehmen: Ihr ein Buch geben, den Computer holen und anstellen, sie zu Veranstaltungen begleiten. Wenn Frau Engel abends, nach dem Abendessen, fernsieht, leistet die Assistenzgeberin Dienst auf Abruf und hält sich während dieser Zeit im Assistenzzimmer auf. Um 22 Uhr kommt die Nachtschicht und bereitet sie für die Nacht vor. Während der Nacht wird sie regelmäßig umgelagert.

Das Verhältnis zu den Assistenzgeberinnen empfindet Elisabeth Engel als schwer beschreibbar. Es sei ein partnerschaftliches Verhältnis, das viel Kommunikation erfordere - man müsse offen über alles reden können. Das Verhältnis sei sehr nah, denn man bekomme viel vom anderen mit. Entstehe eine Freundschaft, solle die Assistenzgeberin jedoch besser aufhören, für Elisabeth Engel zu arbeiten. Da das Verhältnis zueinander doch eher ein hierarchisches sei, würde die Zusammenarbeit dann nicht mehr funktionieren.

 
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Die Tatsache, dass die Assistenzgeberinnen von ihrer Qualifikation her keine pflegerischen oder medizinischen Fachkräfte sind, stellt für Frau Engel kein Problem dar. Alles klappe gut, denn sie könne sehr gut anleiten - schließlich habe sie mehr als 20 Jahre Erfahrung darin. Viel wichtiger sei ihr, dass die Leute bei der Sache seien und Interesse und Engagement zeigten - statt an starren Schemata festzuhalten, die sie einmal gelernt hätten.

 

Einen deutlichen Nachteil empfindet Frau Engel darin, dass die HAG keine Behandlungspflege anbietet. Für sie persönlich hat medizinische Pflege zwar keine Relevanz, aber andere pflegebedürftige Menschen geraten so leicht in ein "Kuddelmuddel" aus verschiedenen Pflegediensten und pflegenden Personen.
Die

AssistenznehmerInnenversammlung
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innerhalb der HAG, so Frau Engel, plädiert ebenfalls dafür, dass die HAG auch medizinische Pflege und somit alle Dienste aus einer Hand bereitstellt.

Jede Assistenznehmerin, die von der HAG betreut wird, isinnenversammlung. Sprecherinnen vertreten innerhalb dieses Gremiums die Assistenznehmerinnen. Auch Frau Engel war früher Sprecherin, mußte diese Tätigkeit jedoch aus gesundheitlichen Gründen beenden.

 
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Die Fluktuation der Assistenzgeberinnen ist hoch, nur selten arbeitet jemand schon drei Jahre für Elisabeth Engel. Die Gründe für den häufigen Wechsel sind vielfältig und können nicht pauschal formuliert werden: Jemand beendet die Uni und fängt an zu arbeiten, oder jemand stellt beispielsweise fest, dass der Job doch nichts für ihn ist.

 

Elf verschiedene Assistenzgeberinnen betreuen Elisabeth Engel rund um die Uhr, die meisten von ihnen (z.B. Studentinnen) arbeiten auf Nebenjobbasis. Frau Engel empfindet diese nebenberufliche Basis als sehr sinnvoll. Da den Assistenzgeberinnen auf Dauer eine bestimmte Befriedigung im Job verweigert wird, nämlich die, Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten zu finden, wäre der Job als hauptberufliche Tätigkeit ihrer Meinung nach zu frustrierend. Als ideal empfindet Frau Engel, dass sich die Assistenzgeberinnen nebenbei auf anderen Wegen Erfüllung für das eigene Leben suchen können.

Natürlich gibt es in der engen Zusammenarbeit ab und zu auch Probleme. Ein nicht behebbares Problem besteht in der möglichen Frustration der Assistenzgeberin. Fühlt sie sich wie eine "Marionette" oder hat sie das Gefühl, dass sich für sie nie etwas ändert, bahnen sich Konflikte an. Dann sollte die Assistenzgeberin besser ihre Tätigkeit beenden.

 
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Die Möglichkeit, sich in Konfliktsituationen mit ihrer

Praxisbegleiterin
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zusammenzusetzen, hat Frau Engel bereits in Anspruch genommen und sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Ungefähr einmal im Monat gibt es eine Besprechung mit dem ganzen Team.

 

'Ja, auf jeden Fall' :

Mitbestimmung in der Genossenschaft HAG

Frau Engel besitzt einen Anteil der HAG und ist somit Mitglied der Genossenschaft. Sie ist an Mitsprache auch auf dieser Ebene interessiert. Einmal im Jahr nimmt sie an der Hauptversammlung der Genossenschaft teil und beteiligt sich an den Diskussionen und Abstimmungen, beispielsweise an der Wahl des Aufsichtsrates oder an der Frage, welche Gelder wofür ausgegeben werden sollen.

Elisabeth Engel empfiehlt die persönliche Assistenz über die HAG unbedingt weiter. Sie rät dazu, das Gespräch mit den Mitarbeitern zu suchen, da die HAG gute individuelle Lösungen in petto hat. Die HAG gibt sich große Mühe mit allem, davon ist Frau Engel überzeugt.

 
Elisabeth Engel

Elisabeth Engel ist 37 Jahre alt und hat Spinale Muskelatrophie. Sie teilt sich mit ihrer Lebenspartnerin Anna Weber, die querschnittgelähmt ist und selbst eine Haushaltshilfe hat, eine Wohnung in Hamburg.

 

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