Schule, Beruf & Studium

KINDER UND BEHINDERUNG
Der Hase mit Handicap - Ein etwas anderes Kinderbuch
"Behinderung" ist ein Thema, an das sich die Autoren von Kinder- und Jugendliteratur nur selten heranwagen. Wenn sie es tun, steckt dahinter meist der Versuch, Kinder davon zu überzeugen, dass am Ende immer alles wieder gut wird.
Inhalt:
Teil 1 - Der Hase mit Handicap
Teil 2 - Ein etwas anderes Kinderbuch
Der Hase mit Handicap

Jedes Kind kennt Klara, die beste Freundin der Zeichentrickheldin Heidi. Klara sitzt zwar im Rollstuhl, aber es gibt ein Happy End: Sie kann wieder gehen, und die Welt ist in Ordnung. Aber was wäre sonst aus ihr geworden? Lernen Kinder so, mit Behinderung umzugehen?
Hoffnung auf Heilung ist eine Sache, eine ganz andere ist die Akzeptanz behinderter Menschen. Wir möchten Euch ein Buch vorstellen, das ganz anders mit diesem Thema umgeht, als wir es gewohnt sind.
Unkompliziert und natürlich, ohne Umschweife und ohne erhobenen Zeigefinger erzählt Grégoire Solotareff die Geschichte vom "Rollstiefelchen".
Auf der Welt...
...gibt es viele verschiedene Hasen: schneeweiße, dicke, glatzköpfige, solche, die aufgeregt durch die Gegend sausen und ständig etwas zu erzählen haben, aber auch Einzelgänger und Schweiger. Manche gehen allen auf die Nerven, andere sind mit jedem gut Freund. Aber es gibt auch noch viele andere.
So anschaulich und doch ungewöhnlich beginnt das zauberhafte Bilderbuch vom Rollstiefelchen. Weil seine Beine nicht so recht wollen, ist der kleine Hase Fritz auf Rollstiefel angewiesen, die ihm sein Vater gebaut hat. Diese Stiefel haben Räder und Bremsen und werden mit Riemen an den Beinen festgemacht. Zum Aufstehen hat Fritz ein paar Krücken.
Eines Tages...

...hat der kleine Hase sich zu weit von zu Hause fortgewagt und muss die Nacht in einer Höhle verbringen. Als er aufwacht, steht ein riesiger Bär vor ihm. Fritz ist alles andere als ein Angsthase und bittet den Bären, ihm beim Anziehen der Stiefel zu helfen. Als Fritz sah, dass sich der Bär nicht rührte, griff er nach seinen Rollstiefeln, um sie allein anzuziehen. Es war ja nicht das erste Mal. Aber da schlug sie der Bär mit einem Tatzenhieb so weit weg, dass sie in eine Schlucht rollten.

Hilflos bleibt der kleine Hase zurück. Schon will er versuchen, nach Hause zu kriechen, da kommt der Bär wieder. Er hat ein schlechtes Gewissen bekommen und will den Hasen nach Hause bringen. "Komm, ich helf dir", sagte er zu Fritz, als er wieder bei ihm war. (...) Ohne lange zu fragen, nahm ihn der Bär unter den Arm. Man kann ja nie wissen, dachte er. Der bringt es glatt fertig und sagt, ich soll ihm nicht helfen!
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