Sport

SPORT | 10.12.2000
Der Traum vom Tauchen
Tauchcamp in Ägypten
"Ich wünschte, ich wäre in Ägypten. - Ein Traum, den Sie jetzt verwirklichen können." Diesen Traum, den die neue Werbekampagne Ägyptens offeriert, wollte sich im Oktober 1998 auch eine Gruppe Körperbehinderter aus Österreich erfüllen.
Unter der Leitung von Magdi Aziz von der Tauchschule "LÜNEdive" fand ein zweiwöchiges Tauchcamp auf der Sinaihalbinsel in Ägypten statt. Eine Gruppe von sechs Körperbehinderten und ihre Begleiter flogen in den Sinai, um dort die Faszination des Tauchsports kennenzulernen. Nachdem die Gruppe den theoretischen Teil und die Pool-Ausbildung des Anfängerkurses bewältigt hatte, wurde sich in das kristallklare Wasser des Roten Meeres begeben.

Neben aufregenden Tauchgängen vom Boot war ein Höhepunkt des Camps mit Sicherheit das Zusammentreffen der Gruppe mit einem freilebenden Delphin. Der Delphin von Nuweiba wurde vor einigen Jahren aus einem Fischernetz befreit und lebt seitdem vor der Küste Nuweibas, ohne durch Netze oder ähnliches in Gefangenschaft gehalten zu werden.
Auch auf dieser Reise zeigte sich, dass sich regelmäßige Tauchgänge sehr positiv auf den Gesundheitszustand der Körperbehinderten auswirken. Die Taucher führen Bewegungen durch, die sie vorher nur bei schmerzender Physiotherapie auf sich genommen haben, und das Beste ist: sie machen dies mit Spaß, ohne Schmerzen und hochmotiviert!
Dass dieses Camp in Ägypten stattfinden konnte, ist der Hilfe von Motary, einer Organisation aus Wien, zu verdanken. Entstanden ist Motary aus dem Rotary-Club. Zweck ist es, Rollstuhlfahrern neue Lebensperspektiven zu geben und ihnen neue Möglichkeiten in ihrer Mobilität zu bieten.
Sich einen Traum erfüllt und ein Stück neues Lebensgefühl erhalten zu haben, war das Fazit der Teilnehmer am Ende des Camps.
Auch in diesem Jahr fuhr wieder eine Gruppe von körperbehinderten Tauchern mit der Tauchschule LÜNEdive nach Ägypten.
Mit 24 Leuten ging es los nach Sharm el Sheik auf der Sinaihalbinsel. Dabei waren auch zwei Paraplegiker, zwei Tetraplegiker und eine contagangeschädigte Taucherin.
Die erste Woche verbrachte die Gruppe auf zwei Safaribooten, von denen aus die Tauchgänge unternommen wurden; Verpflegung und Zeit zum Relaxen inbegriffen. Auch nachts wagten sich die Taucher in das dunkle Wasser, um die faszinierende Unterwasserwelt einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.

Das eindrucksvollste Erlebnis auf dieser Reise hatten Tauchlehrer Magdi Aziz und der Tetraplegiker Peter Heimhofer, als sie während eines Tauchganges einem Walhai begegneten. In unmittelbarer Nähe zog das fünf Meter lange Tier an den beiden vorbei - ein unbeschreiblicher Anblick!
Das eindrucksvollste Erlebnis auf dieser Reise hatten Tauchlehrer Magdi Aziz und der Tetraplegiker Peter Heimhofer, als sie während eines Tauchganges einem Walhai begegneten. In unmittelbarer Nähe zog das fünf Meter lange Tier an den beiden vorbei - ein unbeschreiblicher Anblick!
Die zweite Woche verbrachte die Gruppe in Danhab an Land. Aber anstatt sich am Pool von den Strapazen zu erholen, konnten die meisten nicht genug bekommen und unternahmen täglich weitere Tauchgänge.
Mit einem traditionellen Beduinen-Dinner in der Wüste ging die Reise zu Ende - und alle waren sich einig, dass dies sicher nicht ihr letzter Urlaub in Ägypten gewesen ist.

Seid Ihr bereits abgetaucht in faszinierende Sphären unter Wasser? Kennt Ihr das berauschende Gefühl der Schwerelosigkeit? Wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen zum Thema Tauchen und freuen uns über eine email an redaktion@startrampe.net oder einen Beitrag im Forum Sport und Freizeit.
Quellen
http://www.tiefenrausch.de
http://www.pazifik.at
http://www.rollitauchen.de
http://www.vdst.de
http://www.tauchverein-siegtal.de
http://www.uni-potsdam.de/u/behindertensport/tauchen_d....
Artikel empfehlen
Artikel als PDF
Druckansicht

