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CHAT DOKU | 27.06.2001
Planet-Praktika
Experte Stefan Rippler
Moderator: Ich begrüsse Stefan Rippler von Planet-Praktika, der uns heute als Experte unsere Fragen beantworten wird. Was machst Du bei bzw. für Planet-Praktika?
Experte: Planet-Praktika ist ein Portal für Einsteiger in die Medienbranche. Ich publiziere Artikel und suche nach Stellenangeboten, rezensiere Bücher über den Journalismus, suche Interviewpartner ect.
Frage: Wessen Idee war Planet-Praktika?
Experte: Die Idee stammt von einer jetzigen Kollegin von mir. Wir haben uns beim Praktikum kennengelernt.
Frage: Ein Praktikum in den Medien?
Experte: Ja, genauer bei Focus Digital in München.
Frage: Wie finanziert sich Planet-Praktika?
Experte: Die Finanzierung ist so eine Sache. Wir sind einmal von Bertelsmann mit einer geringen Summe unterstützt worden.
Moderator: Wie sieht es mit weiteren Sponsoren aus?
Experte: Wir sind immer noch auf der Suche nach weiteren Sponsoren.
Moderator: Wie muß man sich das bei Euch vorstellen mit der Vermittlung von Praktika? Kann man Euch einfach schreiben?
Experte: Nun, zum einen gibt es die Praktikumsbörse, auf der man Angebote findet. Wird man nicht fündig, schreibt man uns einfach. Vielleicht kann ich einen kleinen Fall schildern. Vor ca. zwei Wochen hat sich ein 18jähriger Schüler gemeldet, der vom Journalismus sehr begeistert war. Er wollte nicht in Urlaub ohne etwas schreiben zu können. Ziel war Peru. Wir haben sofort nach Kontakten gesucht, beispielsweise nach Adressen deutscher Zeitungen in diesem Gebiet. Diese eMail-Adressen haben wir an den Nachfragenden übermittelt. Nun meldete sich der Deutsche Anzeiger, dass der Schüler in der gewünschten Zeit als Aussenreporter arbeiten kann. Ein etwas ungewöhnlicher Fall, aber wir haben uns gefreut.
Frage: Wurden bei diesem Schüler vorher die vorhandenen Fähigkeiten geprüft?
Experte: Der Schüler hat sich mit Leseproben dort beworben und wurde sofort eingestellt.
Einwurf: Toll wäre doch ein Erfahrungsbericht aus Peru. Eine Rubrik »Wie es mir als Praktikant ergangen ist«.
Experte: Ja, wir haben eine Rubrik, die Erfahrungsberichte umfasst. Der Link:
http://www.planetpraktika.de/v4.0/austa/index.php3. Wir vermitteln auch Praktika in Onlineredaktionen.
Frage: Gab es auch schon negative Fälle, bei denen es nicht geklappt hat?
Experte: Negative Fälle sind bisher selten, es gibt sie vereinzelt natürlich, da die Firmen keine offenen Stellen hatten.
Frage: Praktikum bedeutet doch einerseits, probeweise in einem Job zu arbeiten, andererseits aber auch dazuzulernen. Wird man dann auch von der betreffenden Redaktion betreut und geschult?
Experte: Das können wir natürlich nicht beeinflussen. In den meisten Unternehmen ist es so, dass es neben der »normalen« Arbeit ein Schulungsprogramm gibt. Da wird dann zum Beispiel geübt, wie man Meldungen schreibt usw.
Einwurf: Ansonsten ist es nur ein unterbezahlter Vollzeitjob.
Einwurf: In anderen Firmen ist das oft so, dass man voll mitarbeitet zum Praktikantengehalt.
Experte: Nein, das kann man nicht pauschalisieren. Focus Digital zum Beispiel besteht aus 25 Redakteuren, und dort gab es auch ein solches Programm.
Einwurf: Focus ist auch ein Name! Ich meine eher kleine Firmen, die ohne Praktikanten nicht existieren können.
Experte: Da muß ich Dir Recht geben. Bei mir war es so, dass man in der ersten Woche eingearbeitet wurde und dann die Arbeit eines Redakteurs macht, nur mit weniger Verantwortung. Es sollte ein Einblick in den Beruf vermittelt werden.
Einwurf: So gehen die Jobs weg: An ehemalige Praktikanten. Deshalb finde ich Praktika so wichtig.
Frage: Wie läuft ein Praktikum ab? Wie lange dauern sie im Schnitt? Gibt es auch Onlinepraktika?
Einwurf: Es kommt immer auf die Zeitspanne an. Meist bringen vier Wochen nichts.
Experte: Bezüglich Onlinepraktikum: Es hat nur Sinn, wenn man in einer Redaktion anwesend ist.
Frage: Gibt es ein Mindestalter?
Experte: Nein, meist jedoch 18 Jahre.
Einwurf: Allerdings gibt es Schülerpraktika, da arbeitet man dann entsprechend weniger.
Moderator: Wie sieht es mit Schulbildung aus?
Experte: Abitur wird meistens verlangt. Es gibt aber Ausnahmen.
Einwurf: Wenn einer Schüler ist, kann er ja noch gar kein Abitur haben. Es kommt sicher immer darauf an, wer sich wo und zu welchem Zweck bewirbt.
Frage: Geht es da eigentlich wirklich um ein Praktikum im eigentlichen Sinne oder um Jobsuche durch die Hintertür?
Experte: Beides denke ich.
Einwurf: Dann kann man sich doch gleich als Autor/Reporter/Redakteur bewerben.
Experte: Versuchen kann man es.
Einwurf: Eine Chance hat nur jemand, der bereits früh angefangen hat zu Schreiben und Interesse am Journalismus zeigte. Jedenfalls bei den angesehenen Verlagen, Zeitungen, Zeitschriften ect.
Frage: Gibt es in diesem Metier auch Quereinsteiger, z. B Leute mit abgeschlossenem Geschichts-/Politik-/Jurastudium? Werden auch Praktika nachgefragt, wenn sie vorhaben, journalistisch tätig zu werden?
Experte: Quereinsteiger gibt es sehr viele. Dazu gibt es einen Artikel bei Planet-Praktika.
Frage: Gelten für diese die gleichen Voraussetzungen? Werden bereits erworbene Qualifikationen positiv berücksichtigt?
Experte: Selbstverständlich, gewisse journalistische Erfahrungen sollten vorhanden sein.
Einwurf: Mir wurde wiederholt erzählt, dass es wahnsinnig schwer sei, Volontariatsplätze zu bekommen.
Experte: Das ist es auch! Beispielsweise bei der Süddeutschen Zeitung ect.
Frage: Mit 30 Jahren stehen die Chancen schlecht für ein Volontariat, oder?
Experte: Also, sicherlich hat man mit 35 keine Chance mehr.
Moderator: Habt Ihr noch Fragen? Der Chat nähert sich dem Ende!
Experte: Wenn Euch noch Fragen einfallen sollten, meine eMail Adresse: stefan@rippler.org. Ich verabschiede mich und wünsche Euch noch einen schönen Tag.


