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Ernährung und Verdauung

Ernährung und Verdauung

CHAT DOKU | 24.08.2005

Darmmanagement bei Querschnittlähmung

 

Experte Dr. Dietrich Leder

Expertenchat "Darmmanagement bei Querschnittlähmung" am 24 August 2005 mit dem Experten Dr. Dietrich Leder, Chefarzt der Klinik für Koloproktologie in Saarbrücken.


Moderator: Willkommen zum Expertenchat mit Dr. Dietrich Leder zum Thema Darmmangagement.

Experte: Hallo, mein Name ist Dietrich Leder. Ich bin Chefarzt der Klinik für Koloproktologie in Saarbrücken. Seit vielen Jahren betreue ich u. a. Menschen im Rollstuhl mit Darmproblemen, bin selbst Fußgänger.


Frage: Was halten Sie von dem Abführgranulat Allasenn?

Experte: Kommt darauf an, wozu es verwendet wird, der Wirkstoff darin ist aber sehr potent.


Frage: Was ist Koloproktologie?

Experte: Koloproktologen beschäftigen sich mit Erkrankungen des Darms, des Beckenbodens, der Schließmuskeln.


Frage: Ist Dulcolax (Abführzäpfchen) wirklich so leber-, herzschädigend usw.?

Experte: Akademisches Problem, kann man einen schlaffen Darm weiter schädigen? Man muss einen Weg finden, ihm auf die Sprünge zu helfen. Wenn Dulcolax der Weg ist, ist es richtig.


Frage: Was kann man bei spontanen Durchfällen machen?

Experte: Dafür sorgen, dass sich der Darm regelmäßig kontrolliert entleert. Stichwort: Darmmanagement.


Frage: Was empfiehlst du uns dazu?

Experte: Prinzip: Regelmäßigkeit, Abführtag bis es einem zum Hals steht ist falsch.
Ich habe zwei Artikel zum Thema Darmmanagement geschrieben. Über Googel suchen, Stichworte: Darmmanagement & Dr. Leder.


Frage: Kann man anhand der Ernährung was machen?

Experte: Über den Anteil von Flüssigkeit, Ballaststoffen, Kohlenhydraten. Bei Durchfall muss man abklären, woher er kommt. Manchmal ist er die Folge einer Obstipation. Manchmal ernährungsbedingt, manchmal Folge von Medikamenten.


Frage: Macht Regelmäßigkeit bei Wochentag und Zeit wirklich einen Unterschied?

Experte: Absolut! Die Prinzipien des Selbstkatheterismus der Blase sollten auch für den Darm gelten. Je regelmäßiger und vollständiger die Stuhlentleerung ist, umso besser.


Frage: Was macht man bei regelmäßiger Verstopfung, man kann doch nicht jedes mal den Darm ausräumen lassen, oder?

Experte: Man muss klären, ob der Darm selber nicht transportiert (slow transit problem) oder ob der Mastdarm sich nicht entleert (outlet problem) beides gibt es beim Querschnitt. Die Unterscheidung ist nicht ganz einfach, muss aber gemacht werden.
Unterscheidung slow transit/outlet constipation ist wichtig. Dann könne ganz gezielt Mittel verwendet werden, die den Transport und oder die Entleerung verbessern.


Moderator: Das heißt Untersuchung im QZ oder einem allg. Krankenhaus?

Experte: Querschnittzentrum oder Spezialklinik


Moderator: Woran erkennt man, dass der Darm nicht mehr funktioniert?

Experte: Das die Zeit, zwischen Essensaufnahme und Stuhlentleerung, verlängert ist. Normal sind ca. 34. Std. Das kann man messen, z. B. mit kleinen Kugeln, die man schluckt und dann vom Bauch ein Röntgenbild macht.


Moderator: Wie hilft man dem Darm auf die Sprünge, wenn er geschädigt ist durch z. B. durch ständiges Ausräumen?

Experte: Wenn es nur darum geht, ein Entleerungsproblem zu beheben ist Ausräumen o.k.


Moderator: Welche Mittel empfiehlst du zum regelmäßigen Abführen und warum, oder ist das zu allgemein gefragt?

Experte: Es gibt keine generelle Aussage wie z.B. nimm das und alles klappt.


Frage: Wann sollte man bei Verstopfung nachhelfen?

Experte: Normale Transitzeit ist ca. 34 Stunden, also spätestens nach 48 Stunden nachhelfen.


Moderator: Dietrich vielen Dank, dass Du Dich heute unseren Fragen gestellt hast.

 

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